Schlaglöcher auf der Datenautobahn

Schnelles Internet gilt als einer der wichtigsten Entwicklungsfaktoren für den ländlichen Raum. Doch eine aktuelle Studie attestiert Deutschland massiven digitalen Rückstand.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einer „Schicksalsfrage für Deutschland“ und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Angelegenheit bereits zur „Chefsache“ erklärt. Die Rede ist von der Digitalisierung der Wirtschaft. Doch wie zu Zeiten der Old Economy Straßen- und Schienennetze die Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer dynamischen Volkswirtschaft waren, sind es heute die Telekommunikationsnetze. Oder anders formuliert: ohne schnelle Datenautobahn keine Industrie 4.0 oder sonstige digitale Anwendungen. Doch wenn es um den Netzausbau geht, steht Deutschland im internationalen Vergleich ziemlich schwach da. Mit einer Geschwindigkeit seiner Breitbandanschlüsse von im Durchschnitt 12,9 Megabit je Sekunde (Mbit/s) rangiert der Exportweltmeister eher im Mittelfeld. Das ermittelte eine aktuelle Studie der IW Consult GmbH unter Mitwirkung des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag von Vodafone. Damit liegt Deutschland hinter Rumänien und Tschechien. Zum Vergleich: Spitzenreiter Südkorea kommt auf einen Wert von 26,7 Mbit/s.

50 Mbit/s sind langfristig nicht genug

„Deutschland ist unserer Einschätzung zufolge beim Breitbandausbau in den letzten Jahren dennoch gut vorangekommen“, lautet dazu die Einschätzung von Nick Kriegeskotte. „Wir sind daher zuversichtlich, bis Ende 2018 eine flächendeckende Verfügbarkeit von 50 Mbit/s erreichen zu können. Richtig ist aber auch, dass dies ein sehr ambitioniertes Ziel bleibt und weiterhin großer Anstrengungen bedarf“, so der Bereichsleiter Telekommunikationspolitik beim Branchenverband Bitkom. Selbst wenn dadurch immerhin – wie prognostiziert – weitere 1,5 Millionen Haushalte erstmals Zugang zu einem wenigstens 50 Mbit/s schnellen Anschluss haben werden, dürfte das bei weitem nicht genug sein. Denn gerade an den zukunftssicheren reinen Glasfasernetzen, die die Übertragung deutlich höherer Datenvolumen ermöglichen, herrscht Mangel an breiter Front. Nur 1,3 Prozent aller Breitbandanschlüsse basieren auf der FTTB/H-Technologie. Andere Industrienationen dagegen weisen deutlich höhere Anteile von Glasfaserkabeln an den Breitbandanschlüssen auf. In Japan sind es fast 72,6 Prozent, in Schweden 46 Prozent und selbst im kleinen Portugal immerhin 24,1 Prozent. Der OECD-Durchschnitt beträgt 17,9 Prozent – ein Wert, von dem Deutschland meilenweit entfernt ist. Geht der Ausbau der Glasfasernetze im selben Tempo wie in den vergangenen zwei Jahren weiter, dauert es noch 40 Jahre, bis hierzulande eine flächendeckende Versorgung existiert, so die Vodafone-Studie.

Digitaler Flickenteppich

Schnelles Internet sieht in Deutschland auch im Jahr 15 nach dem T-DSL-Start immer noch aus wie ein Flickenteppich. Vor allem abseits der urbanen Zentren wird es langsam. Was für private Haushalte zumeist eher ärgerlich denn wirklich schlimm ist, kann für Unternehmen in der Uckermark, der Eifel oder in den dünnbesiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns jedoch zu einem existentiellen Problem werden. Die Macher der Studie verweisen darauf, dass zwar 59 Prozent aller Betriebe hierzulande über einen Breitbandanschluss mit einer Kapazität von bis zu 50 Mbit/s verfügen. Aber zugleich existiert ein eklatantes Stadt-Land-Gefälle: Während 82 Prozent der Unternehmen in den Städten mit einer derartigen Übertragungsrate arbeiten können, sind es in ländlichen Regionen gerade einmal 29 Prozent.

Gelingt der Sprung ins Gigabit-Zeitalter

Aber statt gleich massiv in die Glasfasernetze zu investieren, setzt die Deutsche Telekom nun mit Unterstützung der Bundesregierung auf die sogenannte Vectoring-Technologie. Damit will man den alten Kupferleitungen mehr Power verleihen. Bis zu 100 Mbit/s im Download sollen dann möglich sein. Das klingt auf den ersten Blick gut, doch die Studie warnt davor, dass man damit zu einseitig auf das falsche Pferd setzt. Denn mehr als 100 Mbit/s sind mit der Vectoring-Technologie kaum machbar. Der Sprung ins Gigabit-Zeitalter ist so also kaum zu schaffen. Und auch für die Normalverbraucher könnte es schneller eng werden, als den meisten lieb ist. Laut einer Schätzung des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH (WIK) wird der „normale“ Internetkonsum bis zum Jahr 2026 dank der Nachfrage nach Bandbreite durch Ultra-HD-TV oder weiteren internetfähigen Geräten auf rund ein Gigabit pro Sekunde anwachsen.

Übertragungsgeschwindigkeit als Wachstumsmotor

„Neben dem Zwischenziel der flächendeckenden Versorgung von mindestens 50 Mbit/s bis 2018 müssen wir verstärkt auch die Verfügbarkeit von Gigabit-Infrastrukturen in den Blick nehmen,“ erklärt auch Bitkom-Mann Kriegeskotte. „Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands wird nicht zuletzt davon abhängen.“ Er plädiert für eine Art Mehrsäulen-Modell. „Im Mobilfunk sind das vor allem die Netze der 5. Generation (5G) und im Festnetz Glasfaseranschlüsse, die alle zusammen mit den entsprechend leitungsfähigen Anschlüssen die wesentlichen Elemente des ‚Gigabit-Technologiemixes’ darstellen.“ Wie wichtig leistungsfähige Breitbandnetze für eine Industrienation wie Deutschland sind, darauf verweist die Vodafone-Studie ebenfalls: Mit jedem Prozent mehr Durchschnittsgeschwindigkeit wächst das Bruttoinlandsprodukt um 0,07 Prozent, haben die Experten ausgerechnet. Das sind immerhin knapp zwei Milliarden Euro.

Komplexe deutsche Bauvorschriften als Hemmschuh

Dabei ließe sich im Vorfeld bereits einiges machen, um die Verbreitung der zukunftssicheren Technik ein wenig zu beschleunigen. Strom-, Gas- und Wasseranbieter könnten Glasfaserkabel oder wenigstens die dafür notwendigen Rohre sofort mit verbauen, wenn sie Straßen aufreißen. Auch in Neubauten wären entsprechende vorbereitende Maßnahmen möglich. „Man sollte bei internationalen Vergleichen immer auch berücksichtigen, dass bei uns sehr komplexe Bauvorschriften gelten, weshalb in anderen Ländern wesentlich häufiger eine einfachere oberirdische Verlegung an Masten und Hausfassaden möglich ist“, gibt Kriegeskotte zu bedenken. Genau deshalb fährt Deutschland beim Ausbau der Glasfasernetze mit angezogener Handbremse, wie die Vodafone-Studie es auf den Punkt bringt.

„Viele Firmen nehmen den Ausbau selbst in die Hand.“

Ein Interview mit David Zimmer, CEO inexio in Saarlouis, über den Netzausbau in ländlichen Regionen.

Ist die Versorgung mit Breitband-Internet in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wirklich so schlecht?

ZimmerDie Versorgung ist schon heute besser, als viele Studien glauben machen wollen. Denn die meisten dieser Studien basieren auf einem Durchschnittswert für das ganze Land. Wir haben in Deutschland aber eine Sondersituation. In den meisten Ländern gibt es mehrere große Städte, in denen bis zu 90 Prozent der Bevölkerung leben. Als Flächenland mit einer starken föderalen Struktur ist dies in Deutschland ganz anders, d. h. auch der Ausbau geht völlig anders voran. In Deutschland besteht nach wie vor ein großes Gefälle zwischen den Städten und dem ländlichen Raum. Zudem haben knapp zwei Drittel der Haushalte in Deutschland einen Kabelanschluss, der heute in der Regel schon eine Bandbreite von bis zu 200 Mbit/s ermöglicht. Daher sollte man immer auf die konkreten Fälle schauen und die Flächendeckung nicht nur per Haushalt messen.

Inwiefern unterscheidet sich Deutschland noch von anderen Ländern und was bedeutet dies?

ZimmerEin weiterer Unterschied ist die andere Industriestruktur. Viele der Hidden Champions aus Deutschland haben ihre Zentralen auf dem Land. Daher kommt man beim Vergleich mit Durchschnittswerten in anderen Ländern nicht unbedingt zu sonderlich aussagekräftigen Ergebnissen. Eine Tatsache bleibt aber, dass der Ausbau des schnellen Internets auch und gerade auf dem Land für Deutschland eine zentrale Zukunftsfrage ist. Die Digitalisierung ist die entscheidende Herausforderung für Deutschland in den nächsten Dekaden. Dabei geht es um die schnelle Anbindung von Unternehmen und Privathaushalten, zudem benötigen auch die Mobilfunkanbieter die Glasfasernetze für den Ausbau ihrer Netze im ländlichen Raum.

Die Bundesregierung wirbt auf ihrer Website „Zukunft-Breitband“ für die flächendeckende Verbreitung von Breitband auch auf dem Land. Zugleich wurde im April durch Minister Dobrindt ein Ausbauprojekt mit einem Fördervolumen von 420 Millionen Euro angestoßen. Ist dies genug?

ZimmerDie Bundesregierung und die Bundesländer fördern den Ausbau mit insgesamt fünf Milliarden Euro – bei einem Gesamtkostenvolumen von geschätzten 80 bis 90 Milliarden Euro. Dies ist ein Anfang, könnte aber noch aufgestockt werden. Der Ausbau ist schließlich auch eines der Mittel, mit denen sich die Landflucht eindämmen und die Funktionsfähigkeit des ländlichen Raumes sichern lässt. Die Kommunen haben zwar selbst ein Interesse am Ausbau, fallen aber als Investoren aus, weil sie in der Regel selbst knapp bei Kasse sind.

Was macht den Ausbau in Deutschland besonders schwer?

ZimmerDie Preise im Telekommunikationsmarkt sind in den letzten Jahren extrem gefallen, sodass sich der Ausbau in der Fläche nur schwer refinanzieren lässt. Könnten wir beispielsweise eine Tarifstruktur durchsetzen wie in der Schweiz, wäre es kein Problem, eigenwirtschaftlich den Breitbandausbau in Deutschland zu realisieren. In Deutschland ist das politische Ziel der Entmonopolisierung zwar gelungen, allerdings mit dem Ergebnis eines massiven Preiskampfes zwischen den Anbietern. Heute hat jeder Bundesbürger damit Zugriff auf das Internet, allerdings nicht immer auf das leistungsfähigste. Für die Anbieter wiederum steht die Frage im Raum, woher die Renditen kommen sollen, wenn zugleich noch massiv in den Ausbau investiert werden muss.

Welche gesellschaftliche Rolle spielt schnelles Internet für die ländlichen Regionen?

ZimmerDer massive Ausbau von Breitband ist in meinen Augen eines der zentralen Mittel, um die anhaltende Landflucht zu stoppen. Viele Bürgermeister in entlegeneren Orten sehen schnelles Internet als eine Möglichkeit, Einwohner zu halten. Insbesondere junge Familien fragen heute vor einem Umzug gezielt nach Schulen vor Ort, Autobahnanbindungen und eben Breitbandanschlüssen; das kann schnell zum Ausschlusskriterium werden. Wenn man allerdings Deutschland bis in den hintersten Winkel mit Breitband versorgen will, wird das nur mit Hilfe von Subventionen möglich sein.

Sie begleiten als Unternehmen die Versorgung ländlicher Gebiete mit Breitband. Was sind die Herausforderungen beim Ausbau?

ZimmerDie Herausforderungen sind mannigfaltig. Eine der größten ist sicherlich, die betriebswirtschaftlichen Aspekte beim Ausbau jedes einzelnen Projektes nicht aus den Augen zu verlieren. Ein anderer Aspekt sind die verschiedenen Genehmigungen seitens der Ämter, um Straßen aufreißen oder Flüsse unterqueren zu dürfen. Hinzu kommt, dass wir Umweltschutzauflagen beachten müssen, etwa wenn es um die Verlegung von Kabeln durch Naturschutzgebiete geht, wo wir zum Beispiel die Brutzeiten von Vögeln berücksichtigen müssen. Zudem gibt es – obschon alle schnelles Internet wollen – immer wieder Privateigentümer, die keine Leitung über ihre Grundstücke verlegt sehen wollen.

Welche Entwicklung sehen Sie im Umgang mit dem Internet für die Zukunft voraus?

ZimmerSeit das Internet in den 90er Jahren aufkam, ist alles viel schnelllebiger geworden und die Menschen sind heute rund um die Uhr erreichbar und erwarten eine leistungsfähige Anbindung. Dieselbe Entwicklung sehen wir auch in den Unternehmen, weil sich die Kommunikation komplett verändert. Wir befinden uns nach wie vor mitten im Prozess der Digitalisierung. Stichworte sind hier Big Data und die Auswertung von Daten oder Industrie 4.0 – die Zukunft liegt im Umgang mit Daten. Hieran hängen die Geschäftsmodelle der Zukunft.

Inwiefern spüren Sie dies in puncto Breitbandversorgung in der Fläche?

ZimmerDer Druck zum Ausbau bei vielen Hidden Champions kommt meist aus der Unterversorgung im Unternehmen vor Ort. Für Unternehmen in der Fläche wiederum ist es heutzutage eine der Grundvoraussetzungen. Da sie meist global agieren und an verschiedenen Standorten agieren, spielt der schnelle Datentransfer zwischen den Standorten und die Übermittlung von Daten an Kunden heute eine erfolgskritische Rolle. Viele nehmen daher den Ausbau selbst in die Hand, tun sich mit anderen Unternehmen am Ort zusammen und lassen sich ein Glasfaserkabel legen. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter in der Regel auch dort wohnen und für sie gehört schnelles Internet heute einfach zum Standard, sodass neben den Unternehmen auch die Privathaushalte eine hohe Nachfrage nach schnellen Anschlüssen generieren. Durch die Kopplung der beiden Ebenen können wir als Unternehmen oft für eine entsprechende Anbindung sorgen.

...ist seit 1990 Unternehmer. Er baute verschiedene Unternehmen in der Medien-, IT- und Telekommunikationsbranche sowie der Unternehmensberatung auf. 2006 wurde er Preisträger bei Deloitte Technology Fast50 als Gründer und Vorstand der teresto media AG und ist darüberhinaus Gründer der inexio KGaA. Daneben ist er ehrenamtlich in verschiedenen Gremien u.a. bei der IHK tätig. David Zimmer verantwortet die strategische Geschäftsentwicklung und Unternehmenskommunikation sowie den Vertrieb der TK-Aktivitäten innerhalb von inexio. Im Jahr 2012 wurde er von Ernst & Young als Entrepreneur des Jahres ausgezeichnet.

„Versorgung von Gewerbegebieten sollte Vorrang haben.“

Interview mit Nick Kriegeskotte, Bereichsleiter Telekommunikationspolitik Bitkom e.V. über den Netzausbau in Deutschland.

Deutschland belegt im internationalen Vergleich in Sachen Netzausbau nicht unbedingt einen Spitzenplatz. Wie lauten Ihrer Einschätzung nach dafür die Gründe?

KriegeskotteDeutschland ist unserer Einschätzung zufolge beim Breitbandausbau in den letzten Jahren gut vorangekommen. Ende 2015 konnten bereits über 70 Prozent der deutschen Haushalte auf Bandbreiten über 50 Mbit/s zugreifen. Vor fünf Jahren war dies nur bei weniger als 40 Prozent der Fall, sodass innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes bei diesen sehr schnellen Anschlüssen ein Zuwachs von fast 80 Prozent erreicht wurde. Getrieben durch einen starken Wettbewerb sowie Förderprogramme des Bundes und der Länder beobachten wir aktuell eine zunehmende Dynamik in diesem Bereich. Wir sind daher zuversichtlich, bis Ende 2018 eine flächendeckende Verfügbarkeit von 50 Mbit/s erreichen zu können. Richtig ist aber auch, dass dies ein sehr ambitioniertes Ziel bleibt und weiterhin großer Anstrengungen bedarf. Alle bis dato gemachten Fortschritte wurden in Deutschland durch private Investitionen in Höhe von über 170 Milliarden Euro ermöglicht, die seit der Privatisierung der Telekommunikationsmärkte flossen. Dies hat auch zu günstigen und attraktiven Angeboten für die Verbraucher geführt. Man sollte aber im internationalen Vergleich auch berücksichtigen, dass bei uns sehr komplexe Bauvorschriften gelten, weshalb in anderen Ländern wesentlich häufiger eine einfachere oberirdische Verlegung an Masten und Hausfassaden möglich ist.

Gerade die Zahl der Glasfaseranschlüsse ist laut einer aktuellen Studie von Vodafone mit einem Anteil von 1,3 Prozent erschreckend niedrig. Ist das langfristig gesehen nicht ein gravierender Standortnachteil?

KriegeskotteNeben dem Zwischenziel der flächendeckenden Versorgung von mindestens 50 Mbit/s bis 2018 müssen wir verstärkt auch die Verfügbarkeit von Gigabit-Infrastrukturen in den Blick nehmen. Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands wird nicht zuletzt davon abhängen. Im Mobilfunk sind das vor allem die Netze der 5. Generation (5G) und im Festnetz Glasfaseranschlüsse, die alle zusammen mit den entsprechend leitungsfähigen Anschlüssen die wesentlichen Elemente des „Gigabit-Technologiemixes“ darstellen.

Digitalisierung und Industrie 4.0 funktionieren kaum ohne schnelles Internet. Was muss alles geschehen, damit Deutschland da nicht den Anschluss verpasst?

KriegeskotteDie Netzbetreiber in Deutschland sind bereits heute schon sehr aktiv, um mithilfe der Anbindung von Mobilfunk-Basisstationen, VDSL-DSLAMs und Kabelnetz-Verstärkerpunkten den Glasfaserausbau weiter in die Fläche zu treiben. Vorrang sollte dabei vor allem die Versorgung von Gewerbegebieten haben. Darüber hinaus sollte den Unternehmen das Bewusstsein über die Vorteile von schnellen Internetanschlüssen vermittelt werden, damit sie bereit sind, auch in solche Anschlüsse zu investieren.

Besonders einige ländliche Regionen befinden sich immer noch in einem digitalen Dämmerschlaf. Gerade dort aber sind viele der Hidden Champions zuhause. Ist das nicht für manchen von ihnen Existenz bedrohend?

KriegeskotteEin flächendeckendes Breitbandangebot ist Voraussetzung, um die digitale Spaltung auch in einer Gigabit-Gesellschaft vermeiden.

Wer sollte den Netzausbau finanzieren? Der Staat durch entsprechende Subventionen, oder ist dies Aufgabe der Netzbetreiber?

KriegeskotteDer Netzausbau muss vorrangig Aufgabe der Telekommunikationsunternehmen sein. Diese wollen auch in Zukunft Milliarden in den Ausbau der Netze stecken. Eine öffentliche Förderung des Breitbandausbaus ist nur dort ergänzend sinnvoll, wo ein wirtschaftlicher Ausbau durch die privaten Unternehmen mittelfristig an den investiven Rahmenbedingungen scheitert. Dafür gibt es bereits bewährte Fördermodelle wie das Deckungslücken- oder das Betreibermodell.

Ist die Finanzierung das einzige Problem beim Netzausbau?

KriegeskotteWichtig sind ebenfalls weitere Initiativen, die zu einem schnelleren und einfacheren Infrastrukturausbau führen. So sollten auf jeden Fall die Verfahren für den Bau von Telekommunikations-Infrastrukturen vereinfacht werden. Auf diese Weise ließen sich langwierige Planungsverfahren beschleunigen und Baukosten reduzieren. Beispiele dafür wären die oberirdische Kabelverlegung sowie die Mitnutzung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Hierzu zählt auch das kürzlich vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze, kurz DigiNetzG, das einen Beitrag leisten soll, die Kosten des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen zu senken und den flächendeckenden Ausbau voranzutreiben.

...ist Diplom-Jurist aus Kamp-Lintfort. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Bereichsleiter der Telekommunikation bei Bitkom e.V., ist er in der CDU aktiv und macht sich auch dort für den weiteren Netzausbau stark.

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